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Mit meinem Kollegen unternahm ich einen Wochenendausflug nach Jaipur. Die Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthans trägt den Beinamen "Pink City" (Die Rosa Stadt). Und wirklich sind viele Gebäude in der Altstadt aus einem rötlichen bis rosafarbenen Gestein errichtet.
Rajasthan ist ein sehr armes Bundesland, es gibt kaum Industrie und ein Boom wie in Delhi oder Bangalore findet hier überhaupt nicht statt. Die Stadt lebt vom Tourismus und von der Edelsteinschleiferei.
Das Bild rechts zeigt eine Strassenszene in der Altstadt. Das Symbol auf dem Rücken des Kamels ist keineswegs ein Ausdruck faschistischer Gesinnung sondern ein altes Glückssymbol, die Sewastika. Die Nazis haben das Symbol übernommen, gespiegelt und um 45° gedreht. So kann es in Indien schon mal vorkommen, daß man auf einem Gebäude ein "Fast-Hakenkreuz" neben einem Davidsstern findet. Wenns Glück bringt...
Leider haben viele Inder ein sehr merkwürdiges Verhältnis zum Dritten Reich.
Die Tatsache, daß sich die Nazis auf die Arier berufen, scheint nicht wenige vermeintliche Nachfahren dieses Volkes, das vor tausenden von Jahren auch nach Indien eingewandert ist, zur Verbundenheit zum Nationalsozialismus zu verleiten. Wobei dabei meist erfrischend wenig Sachkenntnis im Spiel ist. Für die meisten ist Hitler ein kleiner Mann, der mutig aus einem kleinen schwachen Land ein starkes und mächtiges gemacht hat. Die Millionen Toten die das gekostet hat und die Tatsache, daß das projket nicht wirklich erfolgreich war, werden dabei gerne übersehen. An jeder Strassenecke kann man "Mein Kampf" kaufen. Ein wenig mehr Aufklärung würde hier vermutlich Wunder wirken.
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Der City Palace ist immer noch Wohnsitz der Maharadscha-Familie. Ein Teil des 5km² grossen Anlage ist aber der Öffentlichkeit zugänglich.
Es gibt viele Gebäude und kleinere Museen zu besichtigen. Besonders interessant sind 2 riesige silberne Gefäße, die Singh der Zweite auf Reisen mitzuführen pflegte. Gefült natürlich, mit Gangeswasser. Wenn ich mich recht erinnere, fasst eines davon 900 Liter. Jaja, die Inder...
Wenn man Glück hat, sind auch Soldaten zu sehen, die in traditioneller rajastanischer Uniform Wache stehen.
Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Man fühlt sich wirklich in die Zeit der Maharadschas zurückversetzt.
Aber so ein Wochenende ist kurz und deshalb ging es weiter zu Jantar Mantar.
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| Das silberne Wassergefäß Sing, des II. |
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Nicht weit vom City Palace gelegen findet man Jantar Mantar, das Observatorium des Jai Singh. Dieser war neben seiner Haoputätigkeit, nämlich Herrscher, auch Astronom. Er baute insegsamt 5 dieser Anlagen, die in Jaipur ist aber die größte. Faszinierend sind die Ausmasse der Objekte, speziell der Sonnenuhren. Die größte davon misst über 30 Meter Höhe. Die Genauigkeit dieser Uhren ist unglaublich. Bedenkt man, daß die Anlage 1728-1734 erbaut wurde, ist es kaum zu glauben, daß die Uhr immer noch weniger als eine Minute Abweichung anzeigt.
Vorbild der Anlage ist das Observatorium des Ulug Bekh in Samarkant (Usbekistan).
Man könnte stundenlang durch diese Anlage schlendern, denn an jeder Ecke gibt es wieder irgend ein Exponat zu bestaunen.
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| Die Skala einer Sonnenuhr |
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| Diese Halbkugeln dienen zur Bestimmung der Sternzeichen |

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Das Wahrzeichen und sicher die berühmteste Sehenswürdigkeit von Jaipur ist Hawa Mahal, der "Palast der Winde". Er besteht im wesentlichen aus einer riesigen Fassaden mit unzähligen Fenstern. Der Name ist der Tatsache entlehnt, daß der Wind durch die vielen offenen Fenster streichen kann.
Der Legende nach erlaubten die vielen Fenster den Damen des Hofes das Geschehen draussen zu beobachten ohne dabei selbst gesehen zu werden.
Erbaut wurde der Palast 1799. Für den Bau wurde der für Jaipur so typische rote Sandstein verwendet.
Unser Guide führte uns über sehr verwinkelte Treppen auf das Gebäude gegenüber und von der Dachterasse hatten wir einen wundervollen Blick auf den palast und die Altstadt.
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Ein unvermedliches Element für einen ausländischen Touristen ist der Besuch einer Manufaktur. Unser Fahrer lies nicht mit sich verhandeln und führte uns in eine Edelsteinschleiferei und eine Teppichmanufaktur.
Die Handfertigkeit der Arbeiter ist wirklich beeindruckend, die Waren allerdings preislich voll auf Touristen ausgerichtet.
In der Teppichmanufaktur wurden die Touristen Busladungsweise durchgeschleust. Das anschliessende Verkaufsgespräch war schon hart an der Schmerzgrenze. Faszinierend für mich als Bewohner eines westlichen landes, in dem Arbeit teuer ist, ist der Arbeitsaufwand. Die Teppiche werden von Hand geknüft, anschliessend von Hand mit einer Schere auf die richtige Leere gestutzt, Ränder genäht und in mehreren Gängen gewaschen.
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Abends liessen wir uns von unserem Fahrer nach Choki Dani bringen. Dieses Dorf ist im alt-rajastanischen Stil errichtet und versucht die alten Bräuche und Handwerkskünste zu bewahren. Es gibt Tänzerinnen, Schmiede, Töpfer, ein Restaurant mit rajastanischer Küche und vieles mehr. Das Essen war nicht ganz so unser Fall, im Vergleich zur modernen indischen Küche schmeckte es ein wenig wie "eingeschlafene Füße".
Die ganze Anlage ist natürlich 100% auf Touristen ausgerichtet. Aber auch sehr viele Inder besuchen Choki Dani. Es ist also kein Mummenschanz für westliche Touris.
Wir waren abends dort als es schon dunkel war. Die Atmosphäre war sehr stimmungsvoll, da überall Fackeln und Feuer brannten.
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